Stundenlohn Bauarbeiter
Durchschnittlich ~19 €/h brutto in Deutschland. Berechne deinen tatsächlichen Stundenlohn als Bauarbeiter — mit Überstunden, Auslösung und Bau-Tarifvertrag.
Dein Stundenlohn
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Vergleiche z. B. Grundlohn vs. mit Überstunden, oder Helfer vs. Facharbeiter.
So haben wir gerechnet
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Was verdient ein Bauarbeiter pro Stunde?
Bauarbeiter in Deutschland verdienen je nach Qualifikation und Region zwischen 2.800 und 3.700 € brutto pro Monat. Das entspricht einem Brutto-Stundenlohn von etwa 17 bis 23 €. Der Median liegt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit bei rund 3.200 € monatlich für gelernte Baufacharbeiter.
Der Unterschied zwischen Bauhelfer und Facharbeiter ist erheblich: Ungelernte Bauhelfer starten bei ca. 2.300–2.600 €, während Maurer, Betonbauer oder Straßenbauer mit Gesellenbrief 3.000–3.500 € erreichen. Poliere und Vorarbeiter kommen auf 3.800–4.500 €.
Regionale Unterschiede sind auf dem Bau besonders ausgeprägt: In Bayern und Baden-Württemberg liegen die Löhne bis zu 20 % über denen in Sachsen oder Thüringen. Allerdings gleicht der Bau-Mindestlohn (aktuell 14,45 €/h für ungelernte Kräfte) die Untergrenze bundesweit an.
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit und IG BAU Tariftabellen, Stand 2025/2026.
Bau-Tarifvertrag: IG BAU und Lohngruppen
Die meisten Bauarbeiter fallen unter den Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe (BRTV), ausgehandelt zwischen dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) und der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Die Lohngruppen staffeln sich wie folgt:
- Lohngruppe 1 (Werker/Helfer): Bau-Mindestlohn, aktuell 14,45 €/h
- Lohngruppe 2 (Fachwerker): ca. 16,50–17,50 €/h
- Lohngruppe 3 (Facharbeiter/Geselle): ca. 18,50–20,00 €/h
- Lohngruppe 4 (Spezialist/Vorarbeiter): ca. 20,50–22,00 €/h
- Lohngruppe 5–6 (Polier/Werkpolier): ca. 22,00–26,00 €/h
Seit 2024 ist der Bau-Mindestlohn allgemeinverbindlich — er gilt also auch für nicht-tarifgebundene Betriebe und ausländische Entsendekräfte.
Überstunden und Zulagen auf dem Bau
Überstunden sind in der Baubranche weit verbreitet. Laut einer Studie der IG BAU leistet ein Bauarbeiter im Durchschnitt 8 bis 12 Überstunden pro Monat. Im BRTV gelten folgende Regelungen:
- Überstundenzuschlag: 25 % ab der 41. Wochenstunde (tariflich)
- Nachtarbeit: 20 % Zuschlag
- Sonntagsarbeit: 75 % Zuschlag
- Feiertagsarbeit: 100 % Zuschlag
- Auslösung (Verpflegungszuschuss): bis 28,00 €/Tag bei Montage, steuerfrei (§ 3 Nr. 16 EStG)
- Erschwerniszulagen: z. B. für Arbeiten in großer Höhe, unter Wasser oder mit Gefahrstoffen
Die Auslösung ist besonders relevant: Bauarbeiter auf Montage erhalten steuerfrei bis zu 28 € pro Tag für Verpflegungsmehraufwand. Bei 20 Montagetagen pro Monat sind das 560 € steuerfrei — ein erheblicher Zusatz zum Bruttolohn.
Saisonarbeit und Schlechtwettergeld
Die Baubranche unterliegt starken saisonalen Schwankungen. In den Wintermonaten (Dezember bis März) können Baustellen stillstehen. Für diese Zeit greift das Saison-Kurzarbeitergeld (Saison-KUG):
- Schlechtwettergeld: Die Bundesagentur für Arbeit zahlt 60–67 % des Nettolohns bei witterungsbedingtem Arbeitsausfall
- Zuschuss-Wintergeld: 1,03 € pro ausgefallene Stunde als Anreiz, vorhandene Arbeit fortzuführen
- Mehraufwands-Wintergeld: 1,00 € pro geleistete Arbeitsstunde in der Schlechtwetterzeit
Beachte: In Monaten mit Schlechtwettergeld sinkt dein effektiver Stundenlohn deutlich. Nutze den Szenariovergleich oben, um Sommer vs. Winter gegenüberzustellen.
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Bauarbeiter pro Stunde?
Ein gelernter Bauarbeiter (Facharbeiter) verdient im Durchschnitt 18 bis 22 € brutto pro Stunde. Ungelernte Bauhelfer erhalten den Bau-Mindestlohn von aktuell 14,45 €/h. Poliere und Vorarbeiter kommen auf 22 bis 26 €/h. Netto bleiben bei Steuerklasse III und Vollzeit etwa 14 bis 16 € pro Stunde.
Wie hoch ist der Mindestlohn auf dem Bau?
Der Bau-Mindestlohn ist allgemeinverbindlich und liegt aktuell bei 14,45 €/h für Bauhelfer (Lohngruppe 1) und 17,54 €/h für Facharbeiter (Lohngruppe 2, nur West). Er wird regelmäßig erhöht — die nächste Anpassung ist für 2026 geplant.
Wie viele Überstunden sind auf dem Bau üblich?
Im Durchschnitt leisten Bauarbeiter 8 bis 12 Überstunden pro Monat, in der Hochsaison (April–Oktober) teilweise deutlich mehr. Der BRTV sieht einen Zuschlag von 25 % ab der 41. Wochenstunde vor. Manche Betriebe nutzen Arbeitszeitkonten, auf denen Überstunden für den Winter angespart werden.
Ist die Auslösung steuerfrei?
Ja, der Verpflegungsmehraufwand (Auslösung) bei Montage ist steuerfrei, sofern er die Pauschalen des § 9 Abs. 4a EStG nicht übersteigt: 14 € bei Abwesenheit über 8 Stunden und 28 € bei 24 Stunden Abwesenheit. Fahrtkosten und Übernachtungskosten können zusätzlich steuerfrei erstattet werden.
Verdient man als Bauarbeiter im Osten weniger?
Ja, die regionalen Unterschiede auf dem Bau sind erheblich. In den ostdeutschen Bundesländern liegt der durchschnittliche Stundenlohn etwa 10–20 % unter dem Westniveau. Allerdings gilt der allgemeinverbindliche Bau-Mindestlohn bundesweit gleich, sodass die Untergrenze identisch ist.