Stundenlohn Friseur
Durchschnittlich ~13 €/h brutto in Deutschland — einer der niedrigsten Stundenlöhne im Handwerk. Berechne deinen tatsächlichen Stundenlohn als Friseurin oder Friseur mit Tarifvertrag und Trinkgeld.
Dein Stundenlohn
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Was verdient ein Friseur pro Stunde?
Das Friseurhandwerk gehört zu den am schlechtesten bezahlten Handwerksberufen in Deutschland. Friseurinnen und Friseure verdienen im Durchschnitt zwischen 1.900 und 2.400 € brutto pro Monat. Das entspricht einem Brutto-Stundenlohn von etwa 12 bis 15 €. Der Median liegt laut Entgeltatlas bei rund 2.100 € monatlich.
Damit liegt der Friseur-Stundenlohn nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn von aktuell 12,82 €/h. In einigen Regionen und bei nicht-tarifgebundenen Betrieben wird tatsächlich nur Mindestlohn gezahlt — die Differenz zwischen Tarif und Mindestlohn schrumpft seit Jahren.
Regionale Unterschiede: In Hamburg und München sind die Gehälter aufgrund höherer Lebenshaltungskosten etwas besser, während in ländlichen Gebieten und Ostdeutschland der Mindestlohn oft die Norm ist.
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stand 2025/2026.
Friseur-Tarifvertrag: Was wird gezahlt?
Friseur-Tarifverträge werden zwischen dem Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks und ver.di auf Landesebene verhandelt. Die Tariflöhne variieren stark nach Bundesland:
- Nordrhein-Westfalen: ca. 12,82–13,50 €/h (Geselle)
- Bayern: ca. 13,00–14,00 €/h
- Sachsen: ca. 12,82–13,00 €/h (nah am Mindestlohn)
- Hamburg: ca. 13,50–14,50 €/h
Ein großes Problem der Branche: Viele Friseursalons sind nicht tarifgebunden. Laut Branchenschätzungen arbeiten nur etwa 30–40 % der Friseure unter Tarifvertrag. Der Rest erhält den gesetzlichen Mindestlohn oder minimal darüber.
Friseurmeister mit eigenem Salon verdienen deutlich mehr — allerdings als Selbstständige mit Unternehmensrisiko, Investitionskosten und ohne bezahlten Urlaub.
Trinkgeld und Zusatzverdienst
Trinkgeld ist im Friseurhandwerk ein wichtiger Faktor, der den tatsächlichen Stundenlohn spürbar erhöht:
- Durchschnittliches Trinkgeld: 1–3 € pro Kunde, je nach Service und Zufriedenheit
- Bei 6–8 Kunden pro Tag: ca. 10–20 € Trinkgeld täglich
- Monatlich: ca. 200–400 € zusatzlich — das entspricht einer Stundenlohnerhöhung von 1–2 €
Steuerlich ist Trinkgeld für Arbeitnehmer steuerfrei, sofern es direkt vom Kunden an den Friseur geht und nicht über die Kasse läuft (§ 3 Nr. 51 EStG). Allerdings wirkt sich steuerfreies Trinkgeld nicht auf Rente, Krankengeld oder Arbeitslosengeld aus.
Weitere Möglichkeiten für Zusatzverdienst: Produktverkauf (Provision auf Haarpflegeprodukte), Hochzeits- und Event-Styling (oft auf Honorarbasis) und Schulungen/Seminare für Markenhersteller.
Karriereperspektiven: Raus aus dem Niedriglohn
Trotz der niedrigen Einstiegsgehälter gibt es Wege zu einem besseren Verdienst:
- Friseurmeister: Meisterprüfung ermöglicht Salonführung, Gehalt als angestellter Meister ca. 2.600–3.200 €
- Spezialisierung: Coloristen, Haarverdichtung oder Extensions-Spezialisten verdienen übertariflich
- Eigener Salon: Umsatzabhängig, aber bei guter Lage und Stammkundschaft deutlich über Angestelltengehalt
- Stuhlmiete: Modell der Selbstständigkeit ohne eigenen Salon — Miete eines Platzes, eigene Preise
- Filmindustrie/Theater: Mask and Hair Departments zahlen 2.500–4.000 € pro Monat
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein Friseur pro Stunde?
Ein angestellter Friseur verdient im Durchschnitt 12 bis 15 € brutto pro Stunde. In vielen Salons liegt der Lohn nahe am Mindestlohn (12,82 €/h). Mit Meistertitel und Erfahrung sind 15–18 €/h möglich. Netto bleiben bei Steuerklasse I etwa 9 bis 11 € pro Stunde — plus steuerfreies Trinkgeld.
Warum verdienen Friseure so wenig?
Die Hauptgründe: Der Friseurberuf ist eine personenbezogene Dienstleistung mit begrenzter Skalierbarkeit — ein Friseur kann nur einen Kunden gleichzeitig bedienen. Zudem ist die Branche stark fragmentiert (viele Kleinsalons), die Tarifbindung niedrig und der Wettbewerb durch Billigketten hoch. Die Folge sind niedrige Margen, die an die Angestellten weitergegeben werden.
Muss Trinkgeld versteuert werden?
Nein, Trinkgeld ist für Arbeitnehmer steuerfrei, sofern es freiwillig und direkt vom Kunden gegeben wird (§ 3 Nr. 51 EStG). Bei Selbstständigen (z. B. Saloninhabern) ist Trinkgeld allerdings steuerpflichtig. Trinkgeld, das über die Kasse abgerechnet wird, kann ebenfalls steuerpflichtig sein.
Lohnt sich der Friseurmeister finanziell?
Die Meisterprüfung kostet ca. 4.000–6.000 € und dauert 6–12 Monate. Als angestellter Meister steigt das Gehalt um 400–800 €/Monat. Wer einen eigenen Salon eröffnet, kann deutlich mehr verdienen, trägt aber auch das Unternehmensrisiko. Fördermöglichkeiten: Aufstiegs-BAföG (übernimmt bis 75 % der Kurskosten).
Wie viele Kunden hat ein Friseur pro Tag?
Im Durchschnitt bedient ein Friseur 6 bis 10 Kunden pro Tag, je nach Dienstleistung. Ein Herrenhaarschnitt dauert 20–30 Minuten, eine Damenhaarfarbe mit Schnitt 90–120 Minuten. Salons mit guter Auslastung und höheren Preisen sind deutlich profitabler als Billigketten mit hohem Durchsatz.